top of page

WEST-ÖSTLICHER DIVAN

Johann Wolfgang von Goethes Gedichtsammlung in musikalischer Interpretation
 

Was ist schwer zu verbergen?

Das Feuer!

Denn bei Tage verrät's der Rauch,

Bei Nacht die Flamme, das Ungeheuer.

Ferner ist schwer zu verbergen auch

Die Liebe; noch so stille gehegt,

Sie doch gar leicht aus den Augen schlägt.

Man stellt es unter'n Scheffel nicht.

Am schwersten zu bergen ist ein Gedicht;

Hat es der Dichter frisch gesungen,

So ist er ganz davon durchdrungen.

Hat er es zierlich nett geschrieben,

Will er, die ganze Welt soll's lieben.

Er liest es jedem froh und laut,

Ob es uns quält, ob es erbaut.

West-östlicher Divan ist eine von der Poesie des Persischen Dichters Hafis inspirierte Gedichtsammlung von Johann Wolfgang von Goethe. Dieses Werk hat die Musiker vom Ensemble angeregt, das gleichnamige Projekt ins Leben zu rufen, und Goethes Divan musikalisch zu interpretieren. Das Programm des „West-östlichen Divans“ umfasst Werke der persischen, aserbaidschanischen traditionellen Musik und Stücke der deutschen Komponisten der 16./17. Jahrhunderte wie Michael Praetorius, Heinrich Schütz und Johann Staden.

DIE GROßE SEIDENSTRASSE

 

eine Reise voller Ironie, Komik, Tragik

und Versöhnung vereint in einer Geschichte

Die Seidenstraße spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der kulturellen Beziehungen zwischen den Völkern Europas und Asiens. Musik, Geschichten, religiöses und philosophisches Gedankengut begleiteten die Reisenden entlang der einst wichtigsten Handelsroute.
Basierend auf historischen Ereignissen wie dem Fall Konstantinopels und der Vertreibung der Juden und Araber aus Spanien spannt dieses Projekt einen musikalischen Bogen zwischen den Zentren des Geschehens und verbindet Venedig mit Istanbul, Granada mit Isfahan.

Begleitet von Monologen, Poesie persischer Dichter und Musik von Claudio Monteverdi, Guillaume Dufay und byzantinischen Komponisten vor und nach der Islamisierung Istanbuls ist es ein dramaturgisch und künstlerisch einzigartiges szenisches Projekt. Es thematisiert die Kommunikationsprobleme zwischen westlicher und östlicher Kultur, zeigt aber auch den gegenseitigen Respekt in der Neuzeit, trotz der politischen Konflikte. Das Projekt soll das gegenseitige kulturelle Verständnis fördern und dient als Anregung und Impuls für den Dialog in der modernen Gesellschaft.

EAST-SIDE STORY

Das Elisabethanische Zeitalter im Osmanischen Reich

Trotz eines Handelsverbots unter Androhung einer Exkommunikation pflegten die englischen Händler gute wirtschaftliche Beziehungen zum Osmanischen Reich. Infolge des Kirchenausschlusses ihrer Majestät, suchte Elisabeth I Beziehungen zum Sultan Murad III und dem Osmanischen Reich, um dem katholischen Europa entgegenzuwirken.  In einem Brief schrieb Murad III, der Islam und der Protestantismus hätten "viel mehr gemeinsames, als zum römischen Katholizismus, da sie beide die Götzenanbetung ablehnen".

Murad.Han III.jpg

England schickte Metall, das von den abgebauten Dächern und Glocken katholischer Kirchen eingeschmolzen wurde, nach Istanbul und erhielt im Gegenzug Gold, und zwar von fast vergleichbarem Gewicht.

Dieses Bündnis spiegelte sich in der englischen Kultur- und Musikszene wider. Unter anderem in den Werken von William Shakespeare und Christopher Marlowe. Diese enge Beziehung wird im Programm East Side Story mit den Komponisten wie John Dowland, Anthony Holbonre, Ali Ufki musikalisch und osmanischer Traditionsmusik begleitet.

DIE SIEBEN FARBEN

des Mugams

Die Phrasen und Pausen einer Mugam-Melodie reproduzieren den unvorhersehbaren Rhythmus der lebendigen menschlichen Sprache. Diese Melodie ähnelt einem gregorianischen Choral, wenn sie sich nicht in ihrer emotionalen Wärme und Ornamentik  von ihr unterscheiden würde.

Teppich im Schmelzen_edited.jpg

Es existieren sieben Hauptmugams der aserbaidschanischen Musik, die sich durch ihre Originalität und ihren musikalischen Charakter voneinander unterscheiden. Und jeder dieser Mugams hat eigenes Farbenspektrum. Wie ein Orientteppich...

Im Programm klingt Musik der Spanischen Renaissance und die sieben aserbaidschanische Mugams.

bottom of page